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in Vorsorge
Wie teuer ist Pflege?

Trotz der häufigen Thematisierung in den Medien ist fast jedem zweiten Deutschen nicht klar, welche hohen Zuschüsse Pflegebedürftige aus eigener Tasche leisten müssen. Nur 57 Prozent wissen laut einer Umfrage des PKV-Verbands, dass der durchschnittliche Eigenanteil bei über 2.000 Euro liegt. Bei den unter 30-Jährigen sind es sogar nur 41 Prozent.

Mit einer privaten Versicherung für den eigenen Pflegefall vorgesorgt haben bisher nur 14 Prozent der Bundesbürger – zumindest laut der Umfrage. Die Mitgliedsunternehmen des PKV-Verbands halten lediglich 3,8 Millionen Pflegepolicen in ihren Beständen, was rund 5 Prozent der Bevölkerung entspricht. Eine Pflegezusatzversicherung ist je nach Ausgestaltung und Abschlussalter schon für wenige Euro pro Monat zu haben. Dennoch planen 79 Prozent der Umfrageteilnehmer auch in Zukunft keinen Abschluss. Darin liegt ein beträchtliches finanzielles Risiko, denn für den Eigenanteil bei Pflegebedürftigkeit müssen nötigenfalls Vermögenswerte veräußert werden. Zudem können unter Umständen die Kinder der Pflegebedürftigen zur Kasse gebeten werden.

in Vorsorge
Deutsche werden älter als angenommen

Die Bundesbürger unterschätzen ihre Lebenserwartung deutlich – und damit auch die Dauer ihres Ruhestands. Bei einer forsa-Umfrage taxierten die ab 1964 Geborenen ihre eigene Lebenserwartung im Durchschnitt auf 83,4 Jahre, tatsächlich sind es 87,5. Jeder fünfte Teilnehmer blieb mit seiner Schätzung sogar mehr als zehn Jahre unter dem statistisch zu erwartenden Wert. Vor allem Frauen sind pessimistischer als angebracht, denn ihre Schätzungen liegen im Schnitt 5,8 Jahre zu tief, während die Diskrepanz bei Männern 2,8 Jahre beträgt.

Da die Befragten voraussichtlich mit 67 Jahren in Rente gehen werden, stehen ihnen statistisch 20,5 Jahre Ruhestand statt der erwarteten 16,4 Jahre bevor. Solche Fehleinschätzungen sollten bei der Altersvorsorgeplanung ausgeschlossen werden, damit das Geld am Ende auch reicht. Nicht zuletzt deshalb ist professionelle Beratung immer sinnvoll.

Überdies setzen sich die Versicherer dafür ein, im derzeit entstehenden Online-Rentenportal jeweils die statistische Lebenserwartung anzuzeigen. Es soll zukünftig allen Bundesbürgern Überblick über ihre voraussichtlichen Alterseinkünfte verschaffen.

in Allgemein, Versicherungen
Juli-Flut war zerstörerischste Naturkatastrophe in deutscher Geschichte

Mit rund sieben Milliarden Euro Schaden rechnen die deutschen Versicherer infolge der
Überschwemmungen, die Mitte Juli Teile von Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen
heimsuchten. Keine andere Naturkatastrophe hat hierzulande jemals verheerender gewütet.
Allein die Großschäden ab einer Million Euro pro Versicherungsnehmer summieren sich auf
etwa 400. Beim bisherigen Negativrekordhalter, dem August-Hochwasser von 2002, wurden 102
gezählt.

Nachdem auch schon im Juni Unwetterschäden von 1,7 Milliarden Euro entstanden sind, droht
2021 in puncto Naturgefahren zum schadenträchtigsten Jahr seit mindestens einem halben
Jahrhundert zu werden. Mit 11,5 Milliarden Euro Gesamtausgaben rechnen die Versicherer
derzeit. Ähnliche Dimensionen wurden nur 1990 (Orkanserie) und 2002 (August-Hochwasser)
erreicht, jeweils hochgerechnet auf heutige Preise. Der langjährige Schnitt liegt bei 3,8
Milliarden Euro.

Erfasst sind damit allerdings nur versicherte Schäden – das tatsächliche Schadensausmaß ist
jeweils wesentlich größer. Denn bisher sind weniger als die Hälfte der Gebäude in Deutschland
gegen Hochwasserschäden versichert. Der Hauptgeschäftsführer des Versicherer-
Gesamtverbands GDV Jörg Asmussen hat für den Herbst Vorschläge der Branche angekündigt,
wie Naturgefahrenversicherungen größere Verbreitung finden können.

in Finanzen, Immobilien, Versicherungen
Versicherer setzen auf Assetklasse Immobilien

Wer wie Versicherer Vermögenswerte sicher erhalten und mehren will, steht angesichts der anhaltenden Nullzinsen vor einer wachsenden Herausforderung. Als Alternative zu festverzinslichen Anlagen gewinnen Sachwerte daher immer mehr an Beliebtheit. Vor allem Immobilien versprechen Wertsteigerung und stetigen Cashflow, auch wenn die Kaufpreise mittlerweile in vielen Lagen den Mieten weit enteilt sind.

Die ungebrochene Attraktivität des Betongolds spiegelt sich in der Investitionsstrategie der deutschen Versicherer wider, die zu den institutionellen Schwergewichten an den Anlagemärkten gehören. Laut einer EY-Umfrage unter 30 Versicherern bestehen deren Portfolios mittlerweile zu 11,5 Prozent aus Immobilien, ein Rekordwert. 63 Prozent der teilnehmenden Assekuranzen wollen ihre Immobilienquote künftig weiter erhöhen. Vor allem geschlossene Immobilienfonds sind bei ihnen beliebt. Im Zuge der Corona-Pandemie hat sich der Schwerpunkt zuletzt stärker von Logistik- auf Wohnobjekte verlagert, auf die im vergangenen Jahr 96 Prozent der Immobilieninvestitionen entfielen.

in Allgemein, Versicherungen
Vorstoß mit Modellcharakter? Senioren erhalten Kfz-Prämienrabatt gegen Check

Ein großer Kfz-Versicherer bietet seinen Kunden ab 70 Jahren einen Beitragsrabatt, wenn sie ihre Fahrtüchtigkeit einer Prüfung unterziehen. Deren Ergebnis spielt keine Rolle, die älteren Kunden sollen lediglich für ihre Stärken und Schwächen sensibilisiert werden. Dies geschieht durch eine sogenannte Rückmeldefahrt mit einem Fahrlehrer. Der Rabatt gilt daraufhin dauerhaft, die Prüfung muss nicht wiederholt werden.

Spektakuläre Unfälle mit Seniorenbeteiligung schaffen es immer wieder in die Schlagzeilen. Seit Jahren wird daher über eine gesetzliche Verpflichtung zu regelmäßigen ärztlichen Checks älterer Fahrer debattiert, wie sie beispielsweise in der Schweiz gilt. Welche Gefahr von betagteren Verkehrsteilnehmern wirklich ausgeht, ist allerdings umstritten. Zwar sind sie nach
Zahlen des Versicherer-Gesamtverbands vergleichsweise häufig Hauptverursacher von Unfällen – das Gleiche gilt allerdings für junge Fahrer, die zudem in der Tendenz schwerere Unfälle zu verantworten haben. Das Statistische Bundesamt ermittelte 2019, dass Senioren relativ selten an Unfällen mit Personenschäden beteiligt sind, wenn man ihren Bevölkerungsanteil
danebenstellt.

in Finanzen
Vermögen der Deutschen überspringt 7-Billionen-Marke – exklusive Immobilien

Laut der Deutschen Bundesbank verfügen die Bundesbürger in Form von Bargeld, Wertpapieren, Bankeinlagen und Ansprüchen gegenüber Versicherungen über mehr als 7,1 Billionen Euro und damit über so viel wie nie zuvor. Im ersten Quartal dieses Jahres kamen über 190 Milliarden Euro hinzu. Nicht eingerechnet sind Immobilien und deren Wertsteigerung.

Nach wie vor setzen die Deutschen für ihr Geldvermögen in erster Linie auf Sicherheit und horten es gern als Bargeld oder Sichteinlagen, worauf mit 2,86 Billionen Euro der Löwenanteil des Gesamtvermögens entfällt. Den Null- bzw. Negativzinsen zum Trotz flossen auch im ersten Quartal wieder 47 Milliarden Euro in diese Anlageformen, die den Vorteil jederzeitiger Liquidität
bieten. In Investmentfonds pumpten die Bundesbürger mit 25 Milliarden Euro zwar nur gut halb so viel – aber auch diese Summe markiert einen Rekord. Hinzu kamen drei Milliarden, die in Aktien und sonstige Anteilsrechte vor allem inländischer Unternehmen investiert wurden. Ein zaghafter Trend Richtung Kapitalmärkte lässt sich mithin erkennen.

in Allgemein, Immobilien, Versicherungen
Versicherer schaffen Starkregengefährdungsklassen (SGK)

Es wirkt wie eine Reaktion auf die verheerenden Überschwemmungen von Mitte Juli, doch tatsächlich wurde die Reform schon vorher beschlossen und kürzlich bereits umgesetzt: Das ZÜRS-Geo-System, das die Hochwassergefährdung von mehr als 22 Millionen Gebäuden in Deutschland erfasst, wurde ergänzt.

Nun werden auch Extremniederschläge als Schadensrisiko einbezogen, wofür drei Starkregengefährdungsklassen (SGK) geschaffen wurden. SGK 1 umfasst Gebäude, die am oberen Bereich eines Hangs oder auf einer Kuppe liegen und daher eine geringe Gefährdung aufweisen. Gebäude in der Ebene oder im unteren oder mittleren Bereich eines Hangs werden der SGK 2 zugeordnet, wenn kein Bach in der Nähe fließt. Für Gebäude in Tälern oder in Bachnähe gilt die höchste SGK 3. In dieser befinden sich mit 2,6 Millionen fast 12 Prozent aller erfassten Adressen. Zum Vergleich: Auf die beiden höchsten der vier Gefährdungsklassen von ZÜRS-Geo entfallen nur 1,5 Prozent der Gebäude.

ZÜRS Geo und die SGK unterstützen die Versicherer bei der Risikobewertung für Gebäude- und
Inhaltsversicherungen.

in Immobilien, Versicherungen
Nie gab es weniger (versicherte) Blitzschäden als 2020

In Zeiten, in denen die Naturgewalten von Jahr zu Jahr unkalkulierbarer und zerstörerischer zu
werden scheinen, mag diese Mitteilung des Versicherer-Gesamtverbands GDV überraschen: Im
letzten Jahr wurden den Versicherern so wenige Blitzschäden gemeldet wie nie zuvor, nämlich
rund 200.000. Damit setzt sich der stetige Rückgang seit 2014, als rund 380.000 Schäden durch
Blitzeinschläge registriert wurden, fort. Die Zahlen umfassen sowohl Gebäude- als auch
Hausratversicherungen.

Die durchschnittliche Schadenshöhe erreichte mit circa 1.300 Euro ebenfalls einen Rekordwert,
allerdings nach oben. Aus diesem Grund sind die Gesamtschadenszahlungen trotz der geringen
Fallzahl erneut gestiegen. Nach 250 Millionen Euro im Jahr 2019 leisteten die Versicherer im
vergangenen Jahr 260 Millionen Euro für Blitzschäden.

GDV-Hauptgeschäftsführer Jörg Asmussen führt den Anstieg des Schadensdurchschnitts auf die fortschreitende Gebäudetechnisierung zurück. Hightech-Steuerungen für Jalousien oder
Heizungen sind immer häufiger von Blitzeinschlägen betroffen, die Reparatur kann kostspielig
werden.

in Allgemein, Versicherungen
Gefahr von Cyberangriffen noch immer unterschätzt

Hackerattacken finden selten den Weg in überregionale Medien – wie Mitte Juli, als der
Landkreis Anhalt-Bitterfeld seine gesamte IT infolge einer Cybererpressung abschalten musste
und noch nicht mal Sozialhilfe anweisen oder E-Mails versenden konnte. Diese
schlagzeilenträchtigen Fälle bilden nur die Spitze des Eisbergs, wie eine forsa-Umfrage kürzlich
erneut belegte: 27 Prozent der mittelständischen Unternehmen waren bereits von einer erfolgreichen Cyberattacke betroffen. Bei 39 Prozent von ihnen waren die Computersysteme für
mindestens vier Tage außer Betrieb; dieser Anteil hatte im Vorjahr noch bei 20 Prozent gelegen.

Dessen ungeachtet halten 70 Prozent die Gefahr aus dem Cyberraum für ihr eigenes
Unternehmen für gering – und betreiben nur halbherzig Prävention. Lediglich jedes fünfte
Unternehmen macht Nägel mit Köpfen und erfüllt die zehn Basis-Anforderungen an IT-
Sicherheit, wie sie von der Initiative CyberSicher definiert werden. Vor allem bei der
Datensicherung hapert es. Auch eine Cyberpolice, die nicht nur finanzielle Schäden ersetzt,
sondern zudem bei der Prävention unterstützt, haben in Deutschland nur wenige Unternehmen
und Privatpersonen abgeschlossen.

in Allgemein
Deutsche halten auch in Krisenzeiten an Vorsorgeversicherungen fest

Das Pandemiejahr 2020 brachte für Millionen von Bundesbürgern Einnahmeausfälle mit sich, in
vielen Fällen bis hin zur Existenznot. Folglich mussten bei den Betroffenen alle Ausgaben auf
den Prüfstand gestellt werden. Die vielfach geäußerte Befürchtung, bei den
Vorsorgeversicherungen würde als Erstes der Rotstift angesetzt, hat sich allerdings nicht
bewahrheitet.

Wie der vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) herausgegebene
Jahresüberblick „Lebensversicherung in Zahlen 2021“ zeigt, ist die Stornoquote 2020 vielmehr
auf ein historisches Tief von 2,55 Prozent gefallen – im Vorjahr hatte sie noch bei 2,7 Prozent
gelegen. Großen Anteil daran dürften Angebote der befristeten Beitragsfreistellung oder –
stundung gehabt haben, mit denen viele Versicherer ihren Kunden entgegenkamen.

Mit 103 Milliarden Euro nahmen Lebensversicherer, Pensionskassen und -fonds 2020 ebenso
viel an Beiträgen ein wie 2019. Offenbar werden die knapperen Mittel durch ein erstarktes
Vorsorgebewusstsein kompensiert.