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News

7. Juni 2023

2022 gingen beim Versicherungsombudsmann rund 15.900 Beschwerden ein, ein Rückgang von fast 15 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Weniger waren es zuletzt 2005. Zur Einordnung: In Deutschland werden circa 465 Millionen Versicherungsverträge unterhalten. Rechnerisch kommt also eine Beschwerde auf gut 29.000 Verträge.

Der derzeitige Versicherungsombudsmann Wilhelm Schluckebier führt den Rückgang im Wesentlichen darauf zurück, dass 2022 keine nennenswerten Sondereffekte aufgetreten sind, wie sie in den Vorjahren für jeweils mehrere Hundert Beschwerden gesorgt hatten. Zudem habe möglicherweise die Krisenlage mit Ukrainekrieg und Rekordinflation die Aufmerksamkeit der Bundesbürger von individuellen Problemen weggelenkt.

Die Institution des Versicherungsombudsmanns, organisiert in Form eines Vereins, dient der außergerichtlichen Streitschlichtung und steht allen Versicherten kostenlos offen, die Entscheidungen unabhängig überprüfen lassen möchten. Versicherer können vom Ombudsmann bis zu einem Streitwert von 10.000 Euro zur Zahlung verpflichtet werden.

26. Mai 2023

Wie der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) mitteilt, stehen die Gesellschaften finanziell – ungeachtet der zuletzt volatilen Entwicklungen an den Finanzmärkten und der Inflation – hervorragend da. Die Solvenzquoten bewegten sich Ende 2022 durchschnittlich zwischen 510 und 530 Prozent, ein Jahr zuvor waren es circa 450 Prozent. Rechnet man Übergangsmaßnahmen heraus, liegt die Quote zwischen 270 und 290 Prozent (2019: 262 Prozent) und damit weit über den vorgeschriebenen 100 Prozent. Für die gute Entwicklung sind maßgeblich die gestiegenen Zinsen verantwortlich; Versicherer müssen aus Sicherheitsgründen einen großen Teil der Kundengelder in festverzinsliche Anlagen investieren.

„Die Kundinnen und Kunden können sich darauf verlassen, dass Versicherer auch unter widrigen Bedingungen ihre Verpflichtungen erfüllen können“, unterstreicht GDV-Hauptgeschäftsführer Jörg Asmussen. „Die deutschen Versicherer sind sehr stabil.“ Die Solvenzquote drückt dasVerhältnis zwischen Eigenmitteln und absehbaren Verpflichtungen, den sogenannten Solvenzkapitalanforderungen, aus.

16. Mai 2023

Ein Direktversicherer hat 850.000 Datensätze zu Kfz-Schadensfällen aus dem vergangenen Jahr im Hinblick auf die Sternzeichen der Versicherten ausgewertet. Fazit der „Studie“: Zwillinge haben die höchste Unfallwahrscheinlichkeit, gefolgt von Jungfrauen und Löwen. Die sichersten Fahrzeugführer sind hingegen Schützen, Skorpione und Waagen.

Wie stark sich die Unfallhäufigkeiten unterscheiden, wird in der begleitenden Pressemitteilung nicht mitgeteilt. Eine Tendenz zeigen aber die Schadenssummen: Knapp 20 Millionen Euro gingen auf das Konto von Zwillings-Fahrern. Am anderen Ende verursachten die Schützen circa 16 Millionen Euro an Schäden beim Direktversicherer.

Wie ernst gemeint diese Untersuchung ist, bleibt ungesagt. Schon im letzten Jahr gab es eine derartige Analyse, bei der sich ebenfalls die Zwillinge als die offensivsten und die Schützen als die vorbildlichsten Fahrzeugführer entpuppten. Beitragserhöhungen für die eher schadensträchtig fahrenden Sternzeichen seien indes nicht geplant.

2. Mai 2023

Von 110 Millionen (2021) auf 140 Millionen Euro stieg 2022 die Summe, die von deutschen Versicherern innerhalb eines Jahres für entwendete Fahrräder gezahlt wurde – ein zuvor unerreichter Wert. Dabei blieb die Zahl der Diebstähle mit 140.000 um rund 10.000 unter der des bisherigen Rekordjahres 2019. Die versicherten Zweiräder sind allerdings deutlich teurer geworden, oder die Diebe greifen gezielter nach den hochwertigen Modellen. Die durchschnittliche Schadenssumme, 2019 noch 720 Euro, schwoll jedenfalls auf 970 Euro an und überkompensierte damit die geringeren Deliktzahlen.

Die Versicherer raten dazu, kostspielige Räder auch dann mit einem Schloss zu sichern, wenn sie im Keller stehen. Zudem kann sich der Abschluss einer Fahrradversicherung bzw. -klausel auszahlen, denn die Hausratversicherung bietet je nach Tarif nur begrenzten Schutz. So ist die Deckung für Fahrraddiebstahl beispielsweise häufig auf einen bestimmten Prozentsatz der Versicherungssumme beschränkt, was für teure E-Bikes oder Mountainbikes oft nicht ausreicht. Zudem gilt in vielen Verträgen eine Nachtzeitklausel, die den Schutz zwischen 22 und 6 Uhr auf die heimischen Räumlichkeiten begrenzt.

27. April 2023

Die auf Versicherungen spezialisierte Ratingagentur Franke und Bornberg analysiert regelmäßigdie Qualität der Risikoleben-Tarife am deutschen Markt. Wie das aktuelle Produktrating zeigt,hat sich seit der Vorgängeruntersuchung von 2020 einiges getan: Erhielten damals lediglich 10Tarife die Topnote „hervorragend“ (FFF+), so sind es in diesem Jahr 23 – obwohl die Gesamtzahlder inspizierten Tarife mit 120 deutlich unter der von 2020 (268) liegt. Nur jeweils vier Tarifemüssen sich mit dem Ergebnis „mangelhaft“ (F) oder „ausreichend“ (F+) begnügen, 13 gelten als„befriedigend“ (FF), alle anderen als „gut“ (FF+) oder besser.

Eine Risikolebensversicherung leistet eine vertraglich vereinbarte Kapitalzahlung, wenn dieversicherte Person stirbt. Sie zählt daher zu den Standardpolicen in allen Haushalten, in denenjemand wirtschaftliche Verantwortung für andere trägt, insbesondere wenn fortlaufendeKreditverpflichtungen etwa aus einer Immobilienfinanzierung bestehen. Rund acht MillionenRisikolebenpolicen liegen in deutschen Schubladen.

17. April 2023

Man kommt kaum noch hinterher beim Zählen der Leitzinsanhebungen in der Eurozone. Gibt esdemnach nun endlich wieder eine echte Verzinsung aufs Tagesgeld? Nicht unbedingt, wie dieAuswertung einer großen Vergleichsplattform zeigt. Demnach verfallen die Banken bei derWeitergabe der Zinsen an ihre Kunden nicht in Hektik. Ganze 55 Prozent der 644 untersuchtenInstitute zahlten im Februar noch keine Zinsen auf Tagesgeld. Immerhin ist eine gewisseDynamik erkennbar, denn vier Wochen zuvor waren es noch knapp 62 Prozent.

Vor allem die regionalen Sparkassen und Genossenschaftsbanken lassen sich Zeit. Bei Ersterenlag der Anteil der Institute, die keine Verzinsung gewährten, im Februar noch bei 62 Prozent,bei den Volks- und Raiffeisenbanken inklusive PSD- und Sparda-Banken bei 58 Prozent. Einanderes Tempo zeigen dagegen die bundesweit agierenden Banken mit Tagesgeldangebot: Vonihnen vermeldeten im Februar nur 12 Prozent Nullzinsen.

Wird eine Verzinsung gewährt, reicht die allerdings meist kaum zum Vermögensaufbau – selbstohne die Rekordinflation in Rechnung zu stellen. Viele Banken zahlen weniger als 0,1 Prozentauf Tagesgeld. Lediglich digitale Start-up-Banken, sogenannte FinTechs, offerieren 2 Prozentoder mehr.

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