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News

24. September 2021

Ein großer Kfz-Versicherer bietet seinen Kunden ab 70 Jahren einen Beitragsrabatt, wenn sie ihre Fahrtüchtigkeit einer Prüfung unterziehen. Deren Ergebnis spielt keine Rolle, die älteren Kunden sollen lediglich für ihre Stärken und Schwächen sensibilisiert werden. Dies geschieht durch eine sogenannte Rückmeldefahrt mit einem Fahrlehrer. Der Rabatt gilt daraufhin dauerhaft, die Prüfung muss nicht wiederholt werden.

Spektakuläre Unfälle mit Seniorenbeteiligung schaffen es immer wieder in die Schlagzeilen. Seit Jahren wird daher über eine gesetzliche Verpflichtung zu regelmäßigen ärztlichen Checks älterer Fahrer debattiert, wie sie beispielsweise in der Schweiz gilt. Welche Gefahr von betagteren Verkehrsteilnehmern wirklich ausgeht, ist allerdings umstritten. Zwar sind sie nach
Zahlen des Versicherer-Gesamtverbands vergleichsweise häufig Hauptverursacher von Unfällen – das Gleiche gilt allerdings für junge Fahrer, die zudem in der Tendenz schwerere Unfälle zu verantworten haben. Das Statistische Bundesamt ermittelte 2019, dass Senioren relativ selten an Unfällen mit Personenschäden beteiligt sind, wenn man ihren Bevölkerungsanteil
danebenstellt.

21. September 2021

Laut der Deutschen Bundesbank verfügen die Bundesbürger in Form von Bargeld, Wertpapieren, Bankeinlagen und Ansprüchen gegenüber Versicherungen über mehr als 7,1 Billionen Euro und damit über so viel wie nie zuvor. Im ersten Quartal dieses Jahres kamen über 190 Milliarden Euro hinzu. Nicht eingerechnet sind Immobilien und deren Wertsteigerung.

Nach wie vor setzen die Deutschen für ihr Geldvermögen in erster Linie auf Sicherheit und horten es gern als Bargeld oder Sichteinlagen, worauf mit 2,86 Billionen Euro der Löwenanteil des Gesamtvermögens entfällt. Den Null- bzw. Negativzinsen zum Trotz flossen auch im ersten Quartal wieder 47 Milliarden Euro in diese Anlageformen, die den Vorteil jederzeitiger Liquidität
bieten. In Investmentfonds pumpten die Bundesbürger mit 25 Milliarden Euro zwar nur gut halb so viel – aber auch diese Summe markiert einen Rekord. Hinzu kamen drei Milliarden, die in Aktien und sonstige Anteilsrechte vor allem inländischer Unternehmen investiert wurden. Ein zaghafter Trend Richtung Kapitalmärkte lässt sich mithin erkennen.

16. September 2021

Es wirkt wie eine Reaktion auf die verheerenden Überschwemmungen von Mitte Juli, doch tatsächlich wurde die Reform schon vorher beschlossen und kürzlich bereits umgesetzt: Das ZÜRS-Geo-System, das die Hochwassergefährdung von mehr als 22 Millionen Gebäuden in Deutschland erfasst, wurde ergänzt.

Nun werden auch Extremniederschläge als Schadensrisiko einbezogen, wofür drei Starkregengefährdungsklassen (SGK) geschaffen wurden. SGK 1 umfasst Gebäude, die am oberen Bereich eines Hangs oder auf einer Kuppe liegen und daher eine geringe Gefährdung aufweisen. Gebäude in der Ebene oder im unteren oder mittleren Bereich eines Hangs werden der SGK 2 zugeordnet, wenn kein Bach in der Nähe fließt. Für Gebäude in Tälern oder in Bachnähe gilt die höchste SGK 3. In dieser befinden sich mit 2,6 Millionen fast 12 Prozent aller erfassten Adressen. Zum Vergleich: Auf die beiden höchsten der vier Gefährdungsklassen von ZÜRS-Geo entfallen nur 1,5 Prozent der Gebäude.

ZÜRS Geo und die SGK unterstützen die Versicherer bei der Risikobewertung für Gebäude- und
Inhaltsversicherungen.

10. September 2021

In Zeiten, in denen die Naturgewalten von Jahr zu Jahr unkalkulierbarer und zerstörerischer zu
werden scheinen, mag diese Mitteilung des Versicherer-Gesamtverbands GDV überraschen: Im
letzten Jahr wurden den Versicherern so wenige Blitzschäden gemeldet wie nie zuvor, nämlich
rund 200.000. Damit setzt sich der stetige Rückgang seit 2014, als rund 380.000 Schäden durch
Blitzeinschläge registriert wurden, fort. Die Zahlen umfassen sowohl Gebäude- als auch
Hausratversicherungen.

Die durchschnittliche Schadenshöhe erreichte mit circa 1.300 Euro ebenfalls einen Rekordwert,
allerdings nach oben. Aus diesem Grund sind die Gesamtschadenszahlungen trotz der geringen
Fallzahl erneut gestiegen. Nach 250 Millionen Euro im Jahr 2019 leisteten die Versicherer im
vergangenen Jahr 260 Millionen Euro für Blitzschäden.

GDV-Hauptgeschäftsführer Jörg Asmussen führt den Anstieg des Schadensdurchschnitts auf die fortschreitende Gebäudetechnisierung zurück. Hightech-Steuerungen für Jalousien oder
Heizungen sind immer häufiger von Blitzeinschlägen betroffen, die Reparatur kann kostspielig
werden.

27. August 2021

Hackerattacken finden selten den Weg in überregionale Medien – wie Mitte Juli, als der
Landkreis Anhalt-Bitterfeld seine gesamte IT infolge einer Cybererpressung abschalten musste
und noch nicht mal Sozialhilfe anweisen oder E-Mails versenden konnte. Diese
schlagzeilenträchtigen Fälle bilden nur die Spitze des Eisbergs, wie eine forsa-Umfrage kürzlich
erneut belegte: 27 Prozent der mittelständischen Unternehmen waren bereits von einer erfolgreichen Cyberattacke betroffen. Bei 39 Prozent von ihnen waren die Computersysteme für
mindestens vier Tage außer Betrieb; dieser Anteil hatte im Vorjahr noch bei 20 Prozent gelegen.

Dessen ungeachtet halten 70 Prozent die Gefahr aus dem Cyberraum für ihr eigenes
Unternehmen für gering – und betreiben nur halbherzig Prävention. Lediglich jedes fünfte
Unternehmen macht Nägel mit Köpfen und erfüllt die zehn Basis-Anforderungen an IT-
Sicherheit, wie sie von der Initiative CyberSicher definiert werden. Vor allem bei der
Datensicherung hapert es. Auch eine Cyberpolice, die nicht nur finanzielle Schäden ersetzt,
sondern zudem bei der Prävention unterstützt, haben in Deutschland nur wenige Unternehmen
und Privatpersonen abgeschlossen.

19. August 2021

Das Pandemiejahr 2020 brachte für Millionen von Bundesbürgern Einnahmeausfälle mit sich, in
vielen Fällen bis hin zur Existenznot. Folglich mussten bei den Betroffenen alle Ausgaben auf
den Prüfstand gestellt werden. Die vielfach geäußerte Befürchtung, bei den
Vorsorgeversicherungen würde als Erstes der Rotstift angesetzt, hat sich allerdings nicht
bewahrheitet.

Wie der vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) herausgegebene
Jahresüberblick „Lebensversicherung in Zahlen 2021“ zeigt, ist die Stornoquote 2020 vielmehr
auf ein historisches Tief von 2,55 Prozent gefallen – im Vorjahr hatte sie noch bei 2,7 Prozent
gelegen. Großen Anteil daran dürften Angebote der befristeten Beitragsfreistellung oder –
stundung gehabt haben, mit denen viele Versicherer ihren Kunden entgegenkamen.

Mit 103 Milliarden Euro nahmen Lebensversicherer, Pensionskassen und -fonds 2020 ebenso
viel an Beiträgen ein wie 2019. Offenbar werden die knapperen Mittel durch ein erstarktes
Vorsorgebewusstsein kompensiert.

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