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News

9. November 2021

Auf sichtbare Karosserieteile besitzen die Autohersteller ein Quasi-Monopol, denn hier gilt der
sogenannte Designschutz. Werkstätten dürfen also nur Originalteile kaufen, wenn Rückspiegel,
Motorhauben, Türen oder Kofferraumklappen ersetzt werden müssen. Das nutzen die
Produzenten zunehmend aus, wie der Versicherer-Gesamtverband GDV errechnet hat: Während
die allgemeine Inflation zwischen 2013 und 2021 bei 13 Prozent lag, verteuerten sich die
Original-Ersatzteile im selben Zeitraum um knapp 44 Prozent. Allein zwischen August 2020 und
August 2021 betrug der durchschnittliche Preisaufschlag 6 Prozent.

In der Folge steigen auch die Reparaturkosten und damit die Ausgaben der Kfz-Versicherer.
Diese mussten im vergangenen Jahr im Schnitt rund 3.100 Euro pro Pkw-Sachschaden
aufwenden, etwa 5 Prozent mehr als 2019. Seit 2013, als ein Schaden mit 2.400 Euro zu Buche
schlug, haben sich die durchschnittlichen Schadenskosten um 30 Prozent erhöht. Dennoch gibt
es noch immer günstige Kfz-Tarife – ein Wechsel ist noch bis zum 30. November möglich und
kann in vielen Fällen zu einer dreistelligen Ersparnis pro Jahr führen. Online-Vergleichsrechner
bilden dabei jeweils nur einen Ausschnitt des riesigen Tarifangebots ab.

29. Oktober 2021

Traditionsgemäß hat der Versicherer-Gesamtverband kürzlich die neuen Typklassen vorgelegt, an denen sich die Kfz-Versicherungsprämien unter anderem orientieren. Grundlage sind Schadensdaten zu knapp 32.000 Automodellen aus den Jahren 2018 bis 2020. Für fast drei Viertel der Autohalter bleibt alles beim Alten. Rund sieben Millionen müssen eine höhere Einstufung hinnehmen, für über vier Millionen wird es tendenziell günstiger.

Auch bei den Regionalklassen stehen für Millionen Autofahrer Änderungen an. Die Kategorisierung der circa 400 Zulassungsbezirke in Deutschland nach ihren durchschnittlichen Schäden pro Auto hat ebenfalls Einfluss auf die Höhe der Versicherungsprämien. Rund 5 Millionen Halter in 56 Bezirken werden wegen der Schadensentwicklung künftig schlechter gestellt, 4,2 Millionen in 52 Bezirken besser.

Auch unabhängig von Typ- und Regionalklasse können Autohalter mit einem Versicherungswechsel häufig dreistellige Beträge pro Jahr sparen. Bis Ende November ist das noch möglich. Online- Vergleichsrechner sind dabei nur bedingt hilfreich, denn sie decken nicht das gesamte Tarifangebot ab, sondern lediglich Tarife von Versicherungen, mit denen sie Kooperationsvereinbarungen abgeschlossen haben.

20. Oktober 2021

Trotz der häufigen Thematisierung in den Medien ist fast jedem zweiten Deutschen nicht klar, welche hohen Zuschüsse Pflegebedürftige aus eigener Tasche leisten müssen. Nur 57 Prozent wissen laut einer Umfrage des PKV-Verbands, dass der durchschnittliche Eigenanteil bei über 2.000 Euro liegt. Bei den unter 30-Jährigen sind es sogar nur 41 Prozent.

Mit einer privaten Versicherung für den eigenen Pflegefall vorgesorgt haben bisher nur 14 Prozent der Bundesbürger – zumindest laut der Umfrage. Die Mitgliedsunternehmen des PKV-Verbands halten lediglich 3,8 Millionen Pflegepolicen in ihren Beständen, was rund 5 Prozent der Bevölkerung entspricht. Eine Pflegezusatzversicherung ist je nach Ausgestaltung und Abschlussalter schon für wenige Euro pro Monat zu haben. Dennoch planen 79 Prozent der Umfrageteilnehmer auch in Zukunft keinen Abschluss. Darin liegt ein beträchtliches finanzielles Risiko, denn für den Eigenanteil bei Pflegebedürftigkeit müssen nötigenfalls Vermögenswerte veräußert werden. Zudem können unter Umständen die Kinder der Pflegebedürftigen zur Kasse gebeten werden.

13. Oktober 2021

Die Bundesbürger unterschätzen ihre Lebenserwartung deutlich – und damit auch die Dauer ihres Ruhestands. Bei einer forsa-Umfrage taxierten die ab 1964 Geborenen ihre eigene Lebenserwartung im Durchschnitt auf 83,4 Jahre, tatsächlich sind es 87,5. Jeder fünfte Teilnehmer blieb mit seiner Schätzung sogar mehr als zehn Jahre unter dem statistisch zu erwartenden Wert. Vor allem Frauen sind pessimistischer als angebracht, denn ihre Schätzungen liegen im Schnitt 5,8 Jahre zu tief, während die Diskrepanz bei Männern 2,8 Jahre beträgt.

Da die Befragten voraussichtlich mit 67 Jahren in Rente gehen werden, stehen ihnen statistisch 20,5 Jahre Ruhestand statt der erwarteten 16,4 Jahre bevor. Solche Fehleinschätzungen sollten bei der Altersvorsorgeplanung ausgeschlossen werden, damit das Geld am Ende auch reicht. Nicht zuletzt deshalb ist professionelle Beratung immer sinnvoll.

Überdies setzen sich die Versicherer dafür ein, im derzeit entstehenden Online-Rentenportal jeweils die statistische Lebenserwartung anzuzeigen. Es soll zukünftig allen Bundesbürgern Überblick über ihre voraussichtlichen Alterseinkünfte verschaffen.

5. Oktober 2021

Mit rund sieben Milliarden Euro Schaden rechnen die deutschen Versicherer infolge der
Überschwemmungen, die Mitte Juli Teile von Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen
heimsuchten. Keine andere Naturkatastrophe hat hierzulande jemals verheerender gewütet.
Allein die Großschäden ab einer Million Euro pro Versicherungsnehmer summieren sich auf
etwa 400. Beim bisherigen Negativrekordhalter, dem August-Hochwasser von 2002, wurden 102
gezählt.

Nachdem auch schon im Juni Unwetterschäden von 1,7 Milliarden Euro entstanden sind, droht
2021 in puncto Naturgefahren zum schadenträchtigsten Jahr seit mindestens einem halben
Jahrhundert zu werden. Mit 11,5 Milliarden Euro Gesamtausgaben rechnen die Versicherer
derzeit. Ähnliche Dimensionen wurden nur 1990 (Orkanserie) und 2002 (August-Hochwasser)
erreicht, jeweils hochgerechnet auf heutige Preise. Der langjährige Schnitt liegt bei 3,8
Milliarden Euro.

Erfasst sind damit allerdings nur versicherte Schäden – das tatsächliche Schadensausmaß ist
jeweils wesentlich größer. Denn bisher sind weniger als die Hälfte der Gebäude in Deutschland
gegen Hochwasserschäden versichert. Der Hauptgeschäftsführer des Versicherer-
Gesamtverbands GDV Jörg Asmussen hat für den Herbst Vorschläge der Branche angekündigt,
wie Naturgefahrenversicherungen größere Verbreitung finden können.

29. September 2021

Wer wie Versicherer Vermögenswerte sicher erhalten und mehren will, steht angesichts der anhaltenden Nullzinsen vor einer wachsenden Herausforderung. Als Alternative zu festverzinslichen Anlagen gewinnen Sachwerte daher immer mehr an Beliebtheit. Vor allem Immobilien versprechen Wertsteigerung und stetigen Cashflow, auch wenn die Kaufpreise mittlerweile in vielen Lagen den Mieten weit enteilt sind.

Die ungebrochene Attraktivität des Betongolds spiegelt sich in der Investitionsstrategie der deutschen Versicherer wider, die zu den institutionellen Schwergewichten an den Anlagemärkten gehören. Laut einer EY-Umfrage unter 30 Versicherern bestehen deren Portfolios mittlerweile zu 11,5 Prozent aus Immobilien, ein Rekordwert. 63 Prozent der teilnehmenden Assekuranzen wollen ihre Immobilienquote künftig weiter erhöhen. Vor allem geschlossene Immobilienfonds sind bei ihnen beliebt. Im Zuge der Corona-Pandemie hat sich der Schwerpunkt zuletzt stärker von Logistik- auf Wohnobjekte verlagert, auf die im vergangenen Jahr 96 Prozent der Immobilieninvestitionen entfielen.

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